Jan Hendrickx
Die Stiftung Leonardoschulen Niederlande bietet Kindern mit besonderen Lernbegabungen ganztägigen Unterricht, der sie ihren Fähigkeiten entsprechend fordert. In den kommenden vier Jahren plant die Stiftung 80 weitere Schulen in den Niederlanden zu eröffnen. Grundlage der Leonardoschulen ist das speziell für hochbegabte Kinder entwickelte Leonardokonzept, wozu auch die von StIMED entwickelte Leonardo-Musikmethode gehört.
Jan Hendrickx, Initiator, Gründer und treibende Kraft hinter den Leonardoschulen erzählt im Folgenden über sein Engagement für hochbegabte Schüler und welche Bedeutung die StIMED-Musikmethode für die Leonardoschulen hat Jan Hendrickx: “In den vierzig Jahren, die ich im Schulwesen als Lehrer und später als Direktor einer Grundschule tätig war, habe ich vielfach ausgelotet, inwiefern das normale Schulsystem den Schülern gerecht werden kann.
Indem wir die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder erkannt haben und dort, wo wir es für notwendig hielten, den Unterricht auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet und Schüler im Einzelnen besonders gefördert haben, waren wir in der Lage, vielen Schülern, die normalerweise auf einen speziellen Unterricht angewiesen waren, an der Andreasschule an ihrem Wohnort im dörflichen Velden den nötigen Raum zur Entfaltung zu geben. Ich denke da beispielsweise an Kinder mit beeinträchtigten Lernfähigkeiten, taubstumme und sehbehinderte Kinder oder solche, mit körperlichen Behinderungen, Kinder mit ADHD, Asperger, Dylexie, PDD-NOS und so weiter.”
Hendrickx: “Seit meiner Pensionierung im Jahr 2005 habe ich nach wirklichen Lösungen für diese Kinder gesucht. Das war nicht gerade einfach. Es gibt einen ziemlich großen Unterschied zwischen ihrem biologischem Alter und ihrem intellektuellem Alter. Ein achtjähriges Kind mit einem IQ von 150 ist auf dem Niveau eines Vierzehnjährigen. Es ist in der Lage, die Schule in der Hälfte der normalen Zeit zu durchlaufen. Auch die Art zu lernen passt nicht zum normalen Regelunterricht, wo Fremdsprachen, Rechnen, Lesen meist schrittweise in kleinen Einheiten behandelt wird. Hochbegabte Kinder lernen genau andersherum: zunächst wird eine Sache, ein Problem als Ganzes analysiert, bevor es in verschiedene Teilbereiche aufgegliedert wird.
“Der wichtigste Schritt, den ich machen musste, um zu einer wirklichen Lösung für hochbegabte Kinder zu kommen, war, die bestehenden gängigen Methoden komplett loszulassen und stattdessen von dem Potenzial der Kinder selbst auszugehen”, erzählt Hendrickx. “Dieses Potenzial ist so enorm groß, dass die Kinder in einem Bruchteil der Zeit den normalen Lehrplan der Primar- und Sekundarstufe durchlaufen können. Um jedoch zu verhindern, dass sie bereits in einem sehr frühen Alter auf eine weiterführende Schule oder gar auf die Universität gehen, ist der Lehrplan sehr umfangreich angelegt.”
Die Leonardo-Musikmethode ist für Hendrickx eine wichtige Grundlage des Leonardounterrichts. Dabei wird Musik nicht in Form von kleinen Untereinheiten angeboten, vielmehr werden die Schüler regelrecht in ein sehr umfassendes Musikkonzept “eingetaucht”. Sie erwerben nicht nur Kenntnisse ud Fertigheiten auf dem Gebiet der Musik, sondern auch viele weitere Kompetenzen, die sie in einem größeren Zusammenhang anwenden können. Da das Musikkonzept insbesondere auf das Anwenden des Gelernten ausgerichtet ist, haben die Kinder von Anfang an die Möglichkeit, ihre Kreativität einsetzen – eine der starken Eigenschaften von hochbegabten Kinder.




