Lars Meding
Ein Gespräch mit Lars Meding. Er betreut bei Steinberg Media Technologies das internationale Partnergeschäft für OEM Software und eLicenser Technologie und formt das globale Education Programm. Seit über 5 Jahren ist L. Meding in vielen von Steinberg initiierten und unterstützten Bildungsprojekten unterwegs. Visionäres Pilotprojekt ist die Steinberg Modellschule.
Wie bist du auf STIMED aufmerksam geworden?
Steinberg engagiert sich seit vielen Jahren in öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen wie Schulen, Unis, Musikschulen und Musikhochschulen sowie Institutionen im ausserschulischen Bereich wie Jugendzentren. Ziel unseres Engagements ist das "Musik machen" zu fördern und Potentiale für ein innovatives "Lernen mit Musik" und kreativer Projektarbeit mit digitalen Medien aufzeigen.
Auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern für „ Steinberg Modellschulen“ in Deutschland habe ich Frank Tellings (Musikschule Duisburg) und Prof. Andreas de Bruin (FH München)unabhängig voneinander kennengelernt. Frank Tellings erklärte mir seinerzeit seinen Ansatz von "auditiven Musikunterricht" und den musikpädagogischen Methoden-Baustein des Leonardo-Konzepts zur Nutzung digitaler Medien in der kreativen Projektarbeit mit hochbegabten Kindern. Andreas de Bruin lernte ich über die geplante Kooperation mit einer Modellschule in München kennen. Die Schnittmenge geteilter Ideen und Visionen aus den ersten Gesprächen war so groß, dass ich beide miteinander in Kontakt gebracht habe. Prof. Rob Maas von der Musikhochschule Münster kam hinzu. So bin ich quasi ein kleines Stück an der Entstehungsgeschichte von STIMED beteiligt und kenne STIMED seit der ersten Stunde. Seit der Kooperation mit unserer 2. Steinberg Modellschule in Venlo / NL gibt es eine offizielle Partnerschaft mit STIMED und Leonardo in Holland.
Warum ist innovative und kreative Projektarbeit in Schulen wichtig und notwendig ?
Der Computer als (Musik)Instrument, Werkzeug und Medium ist heute längst in alle Lebensbereiche vorgestoßen. Insbesondere Jugendliche beschäftigen sich in ihrer Freizeit intensiv mit Musik, Computern und anderen digitalen Medien. Die Kopplung digitaler Medien mit Musik in eine zeitgemäße Ausbildung bietet Schulen somit großes Potential, Schüler und Jugendliche aus ihrer Lebenswelt "abzuholen", Unterichtsstoffe und -inhalte neu und attraktiv zu verpacken und damit auch die Motivation bei Schülern zu steigern, sich über kreative Projektarbeit mit dedizierten Themen auseinanderzusetzen. Für den Einsatz digitaler Medien im kreativen Musik- und Projektunterricht heisst das, dass neue und vielfältige Lern- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Schüler aller Alterklassen in diesen Projekten möglich werden. Kreative Gruppenarbeit unter Einbeziehung digitalerMedien fördert soziales Verhalten, stärkt den kreativen Getaltungswille und die Persönlichkeitsentwicklung und wirkt sich nachgewiesener Maßen positiv auf die Lernmotivation von Schülern aus .
Was sind die Herausforderungen ?
Im Zuge der auch politisch geführten Diskussion um die Vermittlung von "Medienkompetenz" in der Schule sind nachhaltig neue Konzepte und Rollen für die Unterrichtsgestaltung gefragt. Der Umgang mit digitalen Medien ist für Schüler oft selbstverständlicher als für Lehrer, da sie Teil der Alltagsbeschäftigung der Jugendlichen ist. Damit sind sie in der Schule oft in einer Experten-Rolle. Die klassische Lehrer-Rolle gerät in dem Kontext in Konflikt. Kreative Projektarbeit im Kontext von Musik und digitaler Technologien erfordert daher neue Qualifizierungsangebote für Lehr- und Betreuungskräfte, in denen praktikable Unterrichtskonzepte, Leitfäden und Materialien zur Durchführung dieser Projekte vorgestellt werden. Lehrer werden sich in Zukunft mehr in die Rolle von Projekt-Coaches entwickeln. STIMED leistet hier mit seinem rollenbasierten Kompetenzmodell und seinem innovativen Top-Down-Ansatz, einzigartige Pionierarbeit. Das STIMED-Konzept und dieMethode zur Durchführung von Multimediaprojekten nach einem Top-Down-Ansatz wird in Zukunft mehr Bedeutung erhalten.
Wie sieht kreativer Musikunterricht von morgen aus ?
Wichtig für einen attraktiven Musikunterricht bleibt das praktische und gemeinsame Musizieren.
Der Computer ist mittlerweile selbst Musikinstrument geworden und bietet als Werkzeug ebenso die Möglichkeit Nicht-Musiker in den kreativen Schaffungsprozess mit einzubeziehen. Das „Musik machen / Musizieren“ hat dadurch ein Stück Demokratisierungsprozess durchlaufen und es wurde der Weg in Richtung „Kreatives Klassenmusizieren“ geebnet.
Neben klassischen und popmusikalisch orientierten Musikunterricht (Instrumentenklassen, Band- und HipHop Projekten) erfolgt in manchen Schulen das Musikmachen bereits auch schon fächerübergreifend. So wird der "Erl König" im Deutsch- oder das "kleine 1 x 1" im Mathematikunterricht gerappt und Karaoke CDs zu diesen Lerneinheiten erstellt. Ferner werden die "Animal Farm" oder "der kleine Prinz" als Hörbuch oder als Hörspiel im Sprachunterricht produziert, es weden Video- und Multimediaprojekte vertont, Schulradio und Podcasts erstellt, Interview- oder Reportage Projekte im Geschichts- und Erdkundeunterricht durchgeführt. Und es bedarf an Aufnahmeleiter, Toningenieure, Komponisten, Musiker, Produzenten, Sounddesigner etc. in diesen Projekten. Der moderne Musikfachbereich von morgen wird also auch seine Rolle als „Audiotechnologie-Dienstleister“ finden und kreative Projektarbeit in der Schule fächerübergreifend unterstützen. STIMED zeigt bereits heute sehr eindrucksvoll wie es geht.




